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Jungtaubenkrankheit...
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Sie den Fachbericht des Leiters der Taubenklinik Dr. Kamphausen
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In der letzten Woche sind in Deutschland zahlreiche
Krankheitsfälle bei reisenden Alttauben aufgetreten, die der Jungtaubenkrankheit
ähneln. Tauben, die am Wettflug teilgenommen hatten, vorwiegend jährige Tauben,
zeigten in unterschiedlichem Maß Erbrechen, Appetitlosigkeit und dünnen Kot. In
einigen Reisevereinigungen waren so viele Züchter betroffen, dass überlegt wurde,
die Reise für eine Woche auszusetzen.
Der Erreger dieser Erkrankung konnte bislang nicht isoliert
werden, aufgrund des Krankheitsbildes kann aber vermutet werden, dass auch hier
ein Circovirus beteiligt ist. Wichtig ist in betroffenen Reisevereinigungen vor
allen Dingen, dass die Weiterverbreitung dieser Infektion möglichst unterbunden
wird. Hierzu muss der Kabinenexpress nach dem Flug gründlich desinfiziert
werden. Ein Desinfektionsmittel im Trinkwasser kann die Verbreitung der
Infektion weiter eindämmen. Betroffene Züchter sollten auch gesund aussehende
Tauben nicht spielen, bevor die Erkrankung im Bestand nicht austherapiert ist,
ansonsten können latent infizierte Tauben den Erreger wieder in den
Kabinenexpress bringen.
Die Behandlung kann mit den gleichen Präparaten vorgenommen
werden, die auch bei der Bekämpfung der Jungtierkrankheit Verwendung finden.
Üblicherweise werden Produkte eingesetzt, die Colistin enthalten. Es sollte
aber unbedingt ein Tierarzt klären, ob evtl. Trichomonaden, Giardien oder
Hexamiten an der Erkrankung mitbeteiligt sind, denn wenn diese Parasiten
mitbeteiligt sind reicht die alleinige Gabe eines Antibiotikums nicht aus.
Dr. Ludger Kamphausen
Leiter der Taubenklinik |